Traumatherapie EMDR ©

Wann weiß ich, ob das was ich erlebt habe ein Trauma ist, oder nicht?

Menschen die mit einer Psychotherapie beginnen, stellen sich oft die Frage, ob das, was sie erlebt haben, ausreicht um traumatisiert zu sein. Ob das was sie mitgemacht haben nicht schon viel zu lange her ist und sie einfach abschließen müssten. Ob sie nicht mehr an sich arbeiten müssten, um endlich mit den alten Dingen abzuschließen. Ob die Symptome, die sie Jahre später fühlen wirklich von einem Trauma herrühren können. Warum nur sie selbst damit nicht umgehen können, wo das doch die anderen so gut schaffen.

 

Und wenn sie dann erkannt haben, dass die Ursache ihrer Leiden traumatisierende Erlebnisse waren, was soll man dann so viele Jahre später noch machen? Man kann die Vergangenheit ja nicht einfach ändern, oder? 

Was ist also ein Trauma?

Ein Trauma ist ein individuelles Erlebnis. Das heißt, nicht jeder der eine Gewalterfahrung gemacht hat, nicht jede die eine lebensbedrohliche Diagnose erhalten hat, nicht jeder der dem Tod entronnen ist entwickelt ein Trauma. Traumatisierungen müssen außerdem nicht einmalig und groß sein, sondern können auch wiederholend und latent im Hintergrund sein. Das impliziert, dass ein Trauma auch ganz leicht übersehen werden kann, weil es eben nicht immer ein großer Schicksalsschlag ist.  Man unterscheidet hier 4 Typen von Traumata oder die Unterscheidung in "Posttraumatische Belastung" und "Komlexposttraumatische Belastung".  

 

- Ein Trauma erzeugt Gefühle von Ausgeliefertheit, Hilflosigkeit und Todesangst. Intrusionen, Schreckhaftigkeit, Schlafstörungen, Reizbarkeit, mangelnde Affektkontrolle, negatives Selbstbild, Beziehungsstörungen bis hin zur psychischen Erkrankungen wie Depression, Sucht und Ängste können Folgen einer Traumatisierung sein. 

 

- Ein Trauma ist eine verzögerte Reaktion auf ein oder mehrere belastende Ereignisse. Das heißt die Symptome treten erst später auf. Es kann einerseits sein, dass normale Symptome nach einer Belastung nach Wochen nicht mehr abklingen, oder andererseits dass sie erst Jahre später Probleme bereiten. 

 

- Ein Trauma ist ein nicht verarbeitetes Ereignis mit außergewöhnlicher Bedrohung. Daher kann es durch Trigger in der Gegenwart jederzeit und vor allem unkontrolliert ausgelöst werden. Es kommt zu einem Flashback, Alpträumen, Intrusionen. 

Kann man da überhaupt noch etwas machen? Die Vergangenheit kann ich ja nicht verändern.

-Ja man kann zu jeder Zeit etwas machen, egal wie lange das Erlebnis zurück liegt. Wichtig ist dabei bestimmte Dinge zu beachten. Daher gehört Traumatherapie in einen psychotherapeutischen Prozess und sollte nicht als Kurzintervention und mal für´s "Wochenend-Seminar" benützt werden. Dies kann zu Retraumatisierungen führen. 

 

- Ein Trauma kann man sich vorstellen wie ein eingefrorenes Erlebnis im Kurzzeitgedächtnis. Das heißt es ist jederzeit abrufbar und durch Trigger aktivierbar. Man fühlt sich plötzlich ausgeliefert und kann trotz besserem Wissen nicht mehr steuernd eingreifen. Der Kreislauf beginnt. 

 

- Um diesen Kreislauf zu durchbrechen ist es hilfreich, die im Gehirn gespeicherten Bilder, Gefühle, Gedanken und Körperreaktionen auf den neuesten Stand zu bringen. Dies muss so erfolgen, dass das autonome Nervensystem erkennt, dass jetzt im Moment keine Gefahr mehr droht. Damit wird der Kreislauf unterbrochen und der Mensch wird in der Gegenwart nicht mehr getriggert, oder retraumatisiert.